Spendenaufruf: Unterstützt die Gemeinschaftsküche für Migrant*innen in Agadez!

 

             

Seit Juli 2020 organisiert das Team des Alarme Phone Sahara (APS) in Agadez/Niger mit großem Engagement jeden Samstag eine Gemeinschaftsküche für Migrant*innen, die derzeit in der Stadt Agadez leben.

Die Gemeinschaftsküche ist eine praktische Antwort auf eine Situation, in der viele Migrant*innen und Flüchtlinge in Niger gestrandet sind, und täglich unter sehr prekären Bedingungen um ihr Überleben kämpfen. Diese ist durch die weltweite Coronakrise noch extrem verschärft worden.

Da die Migrant*innen in Agadez meist mit anderen Menschen gleicher Herkunft zusammenleben, werden für jede Küche 30 Leute einer dieser Communitys eingeladen. Zusätzlich zu den Ausgaben für den Erwerb von Lebensmitteln fallen Transportkosten an, denn die meisten wohnen in migrantischen Quartieren, sogenannten Ghettos, weit entfernt vom Stadtzentrum.

Die Initiative dieser Gemeinschaftsküche ist bei den verschiedenen Communities sehr beliebt.

Es ist ein Ausdruck der Hoffnung und Solidarität für diese Menschen, wenn ihnen gelegentlich eine reichhaltige und schmackhafte Mahlzeit und Getränke serviert werden, da es für sie normalerweise unmöglich ist, sich ausreichend zu ernähren.

Die Küche ist für das APS Team Agadez ein wichtiges Element, um in Austausch mit den Migrant*innen zu kommen, wodurch sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann und Informationen zur Sensibilisierung für ihre Rechte und Möglichkeiten als Migrant*innen besser vermittelt werden können.
Darüber hinaus trägt die Gemeinschaftsküche dazu bei, die Selbstorganisation und gegenseitige solidarische Hilfe innerhalb der verschiedenen Migrant*innen-Gemeinschaften zu stärken

Migrant*innen und Flüchtlinge in Niger gestrandet
Seit Jahren ist Niger ein Transitland für ein Großteil der Migrant*innen und Geflüchteten, die die Saharaländer Richtung Norden durchqueren. Die Stadt Agadez ist für viele Konvois immer noch Startpunkt, die durch die Wüste nach Algerien und Libyen fahren, obwohl es auch wegen der verstärkten Kriminalisierung des Transports von Migrant*innen zunehmend mehr geheime Migrationsrouten abseits von Städten gibt. Die EU, die ihr Grenzregime auf afrikanischen Boden externalisiert hat, investiert Milliarden Euro in die afrikanischen Transitländer wie Niger, um Migrant*innen und Geflüchtete auf ihrem Weg aufzuhalten und sie zur Rückkehr in ihre Herkunftsländer zu zwingen. Und das nördlich angrenzende Algerien betreibt seit Jahren massenhaft Abschiebungen nach Assamaka an die Grenze Nigers, meist von westafrikanischen Bürger*innen. Auch aus Libyen kommen Migrant*innen und Asylsuchende nach Agadez, nachdem sie wegen Folter und Gefangenschaft wieder aus Libyen geflohen sind.
Die Corona-Krise potenziert nun diese sowieso schon sehr schwierige Situation ins Unermessliche. Die allermeisten Migrant*innen und Geflüchteten, können weder auf ihrer Reise vorankommen, noch

in ihre Herkunftsländer zurückkehren, auch die sogenannte freiwillige Rückkehr in ihre Heimatländer ist ausgesetzt. Und so sitzen viele Tausende unter extremsten Bedingungen in Niger und verstärkt in Agadez fest. Schon für nigrische Bürger*innen, werden keine angemessene öffentliche Infrastruktur, medizinische Versorgung und Dienstleistungen von staatlicher Seite gestellt, umso weniger für Geflüchtete und Migrant*innen.
Auch die internationalen zwischenstaatlichen Strukturen, insbesondere das UN- Flüchtlingskommissariat (UNHCR) und die Internationale Organisation für Migration (IOM), nehmen ihre Verantwortung für die Gewährleistung menschenwürdiger Lebensbedingungen für diese Menschen so gut wie nicht wahr. Das Leben ist noch prekärer für diejenigen, die außerhalb der offiziellen Camp-Strukturen leben, verstreut und weitab, wie schon erwähnt, in sogenannten Ghettos.

Die Gemeinschaftsküche ist eine solidarische Antwort auf diese beklagenswerte Situation.

Nach den ersten vier Monaten und 23 Gemeinschaftsküchen (Stand Dezember 2020) ist die Gemeinschaftsküche bereits zu einer besonderen Anlaufstelle für Migrant*innen geworden. Es gab Küchen mit 13 westafrikanischen Gemeinschaften, drei speziell für Frauen, eine für die sudanesische Gemeinschaft, eine für die aus Algerien vertriebenen Menschen und eine Sonderausgabe mit verschiedenen, meist muslimischen Gemeinschaften für das religiöse Tabaski-Fest. Das Team des APS vor Ort begleitet mittlerweile einzelne, besonders vulnerable Personen intensiver. Verlorengegangene Bezüge zu Familienangehörigen werden wiederhergestellt, aber auch neue Selbstorganisierungsansätze entstehen. So ist über die Gemeinschaftsküche ein Rap-Song entstanden von dem jungen Guineer King Papi. Dort geht es u.a. um die Gefahren auf dem Weg durch die Wüste und wie wichtig es ist, sich Rat zu holen bei Organisationen wie dem APS.
Die Migrant*innen in Agadez brauchen die Gemeinschaftsküche, die Gemeinschaftsküche braucht Verstärkung. Wir freuen uns über Spenden, Sammlungen, Solidaritätsveranstaltungen aller Art!
Netzwerk APS und Team APS Niger

 

Beteiligt euch mit einer Spende, damit die Arbeit der Gemeinschaftsküche für Migrant*innen in Agadez weitergehen kann!

 

Spendenkonto:
Globale Gerechtigkeit e.V.
IBAN: DE67 4306 0967 2032 2373 00
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck:
Gemeinschaftsküche in Agadez
Spenden sind von der Steuer absetzbar 

                                                                                                                                                         

 

Gemeinsam für Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte,
gemeinsam für eine Welt der Solidarität für alle